Lange warten
Mein Erotikwunschfilm.
Wurde in einem Zimmer gedreht.
In dem ein Hauch von Frischluft weht.
Eine beruhigende Stille umhüllt den Raum.
Ein berauschender Duft füllt die Lüstern.
Und durch halbgeschlossene Rollladen.
Scheint die Sonne hinein.
Wenn dann unser Akt beginnt.
Sind wir beide tote Kreaturen.
Deren Liebe im Jenseits beginnt.
21.9.1992
Langsam
Täglich siehst du Menschen.
Die zur Arbeit hetzen.
Keine Träume haben.
Nur noch Ziele setzen.
Am Arbeitsplatz noch.
Die Leute verpetzen.
Da sag ich mir: Langsam, langsam.
Ist gut für mich.
Wenn das Stressen.
Das Messen deiner Arbeit ist.
Wenn das Essen zum Fressen.
Den Genuss verdirbt.
Durch Gase verpuffen.
Der Wald weg stirbt.
Da sag ich mir: Langsam, langsam.
Ist gut für mich.
Wie die Nacht den Tag verdrängt.
Sich jeder Tag nach dem andern hängt.
Das Spiel immer denselben Einsatz hat.
Und du wirst matt.
So wird es langsam, langsam Zeit für mich.
18.9.1989
Lieber Freund
Stunden sind vergangen.
Ich habe gewartet.
Stunden sind vergangen.
Wo bist du?
Hast du deine Seele vergeben?
Weisst du noch, was es ist, zu Leben.
Lieber Freund.
Tage sind vergangen.
Wo bist du?
Habe gehört, dass du verliebt bist.
Und jetzt hast du keinen Platz mehr für mich.
Lieber Freund.
Jahre sind vergangen.
Und ich frage mich.
Was tust du?
Lieber Freund.
Die Zeit geht zu Ende.
Weisst du nicht mehr, wer ich bin?
Rest. Kreuz 25.2.1988
Liebi im Gspräch
I hocke wi äs Sändwitsch, wi äs Sändwitsch hock i da.
Di zwe Froue luege mi ganz verläge a.
I bi vor Schüüchi glämt, wi ä g`chlepfte Aff;
I dere Beiz, i däm chlyne Kaff.
Nachbare luege mi afe blöd a.
U i dänke: Itz mues i öppe dra.
Aber i däm Momänt chöme Fründe, vo dene zwe;
I däm Momänt han i dänkt; Oje!
Nach füf Minute si di viere furt.
U scho chunt my Fründ dr`Kurt.
Mir rede über Froue, wi die mängisch so sy.
U rede vo Kollege wo scho ghürate sy.
Kürtu seit:
Lue Bärnu, we`d mal säuber eini hesch.
De machet us eurer Liebi z`bescht:
Wieu, so ä Liebi, isch äs richtigs Fescht.
Wo mängisch vieu z`früech ändet.
Marzili Beizli 2.4.1977
Magensäure
Mein Bauch verseucht.
Die Lunge keucht.
Atembeschwerden.
Die immer schlimmer werden.
Säure steigt.
Bleibt für Sekunden.
Dann spüre ich.
Sie ist verschwunden.
Lebende Leiche.
Stinkende Seiche.
Ein langer Riss.
Schwarzer Schiss.
Gott sei Dank.
Trotz Gestank.
Ich lebe noch.
Chutz 29.3.1983
Mein Inserat
​
Frau sucht, schimpft sich unerfahren.
Jungen Mann mit langen Haaren.
Ohne Finanziellen Interessen.
Einfach zum Lieben. Einfach zum Fressen.
Mann hält Ausschau.
Gesucht die Traumfrau.
Schön und Treu.
Ist das Neu?
In irgendeiner Kneipe, Bar oder so.
Intellektuell durchgehangen.
Und ich weiß nicht mehr wo.
Sie schreien sich an:
Wo ist die Frau?! Wo ist der Mann?!
Der Lärm hat einen Pegel.
Ich hisse die Segel.
Und schreie zur Tat.
In aller Ruh, schreibe ich mein,
Inserat
27.7.1994
Momentaufnahme
​
Ich möchte mich verstecken, hinter einem Sichtmäppli.
Oder nur in den Spiegel schauen.
Klein sein wie ein Räppli.
Und den ganzen Tag Kaugummi kauen.
Ich krieche einer Waldameise gleich.
In meinem kleinen Reich.
Ordne und schufte und hab bald keine Puste.
Mensch was tuste! Mensch was tuste!?
Bilder, eine ganze Serie.
So wild war es noch nie.
Ich habe den Frieden gesehen.
Die Menschen beginnen zu verstehen.
Soll das etwa ein Traum sein?
Alle fallen sich in die Hände.
Wie schön ich das fände.
Ich öffne mein Sichtmäppli.
Der Spiegel ist so nichts sagend.
Hab ich es mir doch gedacht, ich Däppli.
Ich habe nur wieder einmal Feierabend.
Kreation 93 9.12.
​
Morgenröte
Hier spriessen die Ideen wie ein Donnerschlag.
Der Suff lässt alle Freunde grüssen.
Kafka ist gestorben.
Und irgendwo hat wieder so ein Schreiberling einen Höhenflug genossen.
Dass es allen Brillenträgern die Gläser verschlug.
Bellissima, schrie der Italiener mit seiner Pizza im Mund;
Aus den Ohren quollen ihm Spaghetti.
Doch er weiss, Italiener sind beliebt, wie alles Südländische.
Morgenröte heisst ein Deutscher Freund von mir.
Morgenröte ist ein herrlicher deutscher Geschlechtsname und das weiss er.
Gründlich wie er ist, sind seine Fingernägel alle sauber geputzt.
Deutschland über alles.
Schweizer machen aus Milch Käse.
Denken an Schweizernötli.
Und sind sonst irgendwie Käse.
Bleiben tut.
Eine sanfte Melodie.
Ein ersehnter Traum.
Und vielleicht noch etwas Liebe.
13.7.1989
Ohhh... Dodette
​
Ohhh... Dodette.
Hesch nid es Bett frei?
Ig bi so allei.
Cha nid hei.
Mit däm Stei.
Im Chessel.
Ohhh... Dodette.
So schön fett.
Ig wett eifach.
Chly bider sy.
Ohhh... Dodette.
A dim Alabaschterfett.
Fühle ig mi eifach...
Sauwohl
Datum Unbekannt
Parole
Führer:
Auf die Gewehre!
Rettet unsere Ehre!
Zieht in die Schlacht!
Zeigt unsere Macht!
Kämpfer:
Der euch mit Steuern plagt.
Beginn der Schlacht
Führer:
Es beginne die Schlacht.
Sie beginne in der Nacht.
Was der Feind nie bedacht.
Auf! Die Waffen werden geladen!
Ihr habt noch Zeit, ein paar Worte zu sagen.
Kämpfer:
Auf in den Kampf! Ich kann es kaum ertragen.
Der lange Marsch an die Front beginnt.
In der Hoffnung, dass man gewinnt.
Man ist ja auch dazu getrimmt;
Und Blut vergisst in der Schlacht.
Zuhause
Kinder und Frauen, die weinen Zu Haus.
Denn mit dem Frieden ist es aus.
In der ganzen Stadt steht kein Haus.
Stinkende Leichen;
Die Weiber mit Zeichen.
Gesichter in Trauer.
Mein Haus hat keine Mauer.
Krater von Bomben;
Stinkende Wunden;
Hungernde Bäuche;
Stinkende Seuche.
Und Blut vergisst in der Schlacht.
2
Parole
Führer:
Ran an die Arbeit.
Denn knapp ist die Zeit.
Die Uhr fängt an zu ticken.
Geöffnet sind Fabriken.
Was stellen sie her?
Waffen für das Heer.
Jahre später:
Führer:
Auf die Gewehre!
Rettet unsere Ehre!
Zieht in die Schlacht!
Zeigt unsere Macht!
Aeschi 30.12.1977
Regentropfen
Ein enttäuschender Anblick.
Das Wetter hat wohl einen Tick.
Regentropfen, tropfen.
In der Küche ist noch ein Fenster offen!
Man spannt die Regenschirme auf.
Und man will erreichen im vollen Lauf.
Die gute Stube im eigenen Haus.
Nur noch das Fenster in der Küche ist offen.
Der Ofen wird heiß gemacht.
Und am runden Tisch wird schon gelacht.
Doch es zieht von irgendwo!
Ach so!
Auch das Fenster in der Küche wird geschlossen.
Heute hat es aber gegossen!
25.7.1975 In Österreich
Reset
​
Die trübe Stimmung dunkler Tage
Im Herzen wohl ein Licht stark brennt
Es ist wohl besser, wenn ich nichts sage
Was nicht schon ein jeder kennt
Lass uns froh sein ohne Klage
So dass sich jeder selbst erkennt.
2019
​
Schenken
​
Lass dich doch Beschenken.
Einmal nur ans Schöne Denken.
Lass uns in die Ferne schauen.
Und lass uns doch ein Luftschloss bauen.
Lass vergessen unser Streiten.
Einmal nur Freude bereiten.
Lass uns beide stündlich Lieben.
Wir wollen doch noch Kinder kriegen.
Die Türen dort, lass sie zu!
Einmal einfach Ruh.
Lass uns sein wie wir sind.
Oh! Du liebes Christkind.
27 12.1993
Seelenschmerz oder im Theatersaal
Er stand im Raum der Stimmen.
Lichtfetzen zerschnitten die Dunkelheit.
Hier sollte es gelingen.
Wenn er schreit.
Seine Brust beginnt sich zu heben.
Mit dem Gesicht zur Decke geneigt.
Der Saal beginnt zu beben.
In der kurzen Zeit, in der er schreit.
Sein Haupt wendet sich dem Boden zu.
Für kurze Zeit ist Ruh.
Der Stimme Klang ist schon sehr weit.
Als man hört, dass er weint.
Als die Tränen verflossen sind.
Beginnt er zu lachen, wie ein Kind.
Nun ist ihm wohl ums Herz.
Vergessen ist der Seelenschmerz.
16.10.1992
Sorge
​
Weil wir doch alle Menschen sind.
Sollten wir zusammenhalten.
Sonst bläst ein andrer Wind.
Und zwar von den Naturgewalten.
Wäre es nicht an der Zeit.
Als ständig zu kriegen.
Einander etwas mehr zu Lieben.
Was soll es schon bedeuten.
Dieses ewige Ausbeuten.
Ich will Euch damit sagen.
Ihr solltet etwas Sorge tragen.
K 15 Datum Unbekannt
​
Sperrstunde
​
Die Liebe beiseitegelegt;
Richtung Berufsziel gestrebt.
Ein wandelndes Ich sein- Allein.
Ein eigenes Haus gebaut;
Zur Familie geschaut.
Tägliche Fitness;
Nach Arbeit und Stress.
Jetzt in Träumen versunken;
Zuviel Wein getrunken.
In der Finsternis.
An Wänden entlang.
Gebückt gehend in den Untergang?
Nein! Auf gutem Weg zur Narrenfreiheit.
20.6.1989
Stillstand
Bevor Angst durch deine Hirnzellen fliesst.
Du noch einen Tropfen in dein Glas giesst.
Wenn dir deine Glieder schmerzen.
Lass noch etwas Rauch zu deinem Herzen.
Vielleicht vor deinem Stillstand.
Reicht dir jemand die Hand.
16.11.1991
Stimmungsbild
Seifenblasen zerplatzen;
Kinder spielen Ringer ei;
Besoffen und mit einem leichten Lächeln.
Sitzt ein Freund auf einer Parkbank.
Die man abseits des Platzes unter einer Trauerweide stellte.
Das Hundeklo ist besetzt;
Beim Sandkasten sitzt ein kleines Mädchen.
Das ihre Katze streichelt.
Die grosse Parade der Armeemusik ist zu Ende gegangen.
Die Allee wird wieder sauber gemacht, denn langsam wird es Nacht.
Das Kind mit der Katze sendet dem Freund einen Gruss zum Abschied.
Morgen vielleicht werden sie sich wieder sehen.
Mir kann das eigentlich alles egal sein.
Weil ich hier nicht Zuhause bin.
4.4.1989
TAGESGESCHICHTE
Kleines Mädchen am Strassenrand
1. Teil
Ich sah ein kleines Mädchen am Strassenrand.
Es hielt eine Blume in der rechten Hand.
Ihr Haar viel bis auf die Schultern.
Ein schüchternes Gesicht zeigte sich darunter.
Die Augen waren rundlich blau.
Es schielte ein bisschen, als ich ihr in die Augen schau.
Ihr Mund war zu einem weinerlichen Lächeln verzogen.
Man sah, es fühlte sich hier nicht geborgen.
Ich sah nicht viel besser aus.
Lebte in Saus und Braus.
Hatte einen langen Mantel, mit vielen Taschen.
Schuhe und Socken. (Die nassen)
Unter der Brücke, unter der ich schlief.
(Und der Wind, wie der blies)
Stieg das Wasser fast bis zu mir.
Man kann sich vorstellen, dass ich jetzt frier.
Wollte Holz holen für ein Feuer.
Anderes ist mit zu teuer.
Da sah ich das kleine Mädchen.
Und es sprach ein kleines Verschen.
Sie lächelte, als ich sie sah.
(Weiß noch genau, wie es geschah)
Schmutzig waren ihre Kleider.
Es regnete, leider.
Ich fragte: He, was ist mit dir?
Um diese Zeit noch hier.
Du musst doch nach haus’.
Was ist mit dir! Du siehst so verwahrlost aus!
Doch es sprach nur: Liebe, Liebe vermisse ich sehr.
Weiß nicht, wo ich komm her.
Mutter und Vater sind mir fremd.
Niemand liebt mich, niemand mich kennt.
Ich bückte mich nieder. Schaue ihr ins Gesicht.
(Die Strassenlampe gab ein bisschen Licht)
Sie weinte und lächelte nur ganz leicht.
Und ihr Gesicht war ganz bleich.
Ich fragte: Was ist los?
Das Mädchen legte die Händchen in den Schoss.
Sie sagte: Ich werde es dir sagen.
Weil ich weiß, du wirst mich nicht plagen.
Vater und Mutter sind geschieden.
Ich bin als Kind zurückgeblieben.
Mein Vater sagte nie ein Wort.
Er konnte mich leiden, doch nun ist er weit fort.
Meine Mutter hat nur ein Zimmer.
Jeden Abend kommen Männer.
Dann sagt sie immer:
Du musst fort, du kleines Miststück!
Komme erst morgen, wieder zurück!
Ich sagte: Aber hier so allein Draußen.
Weiß ich, wieviel böse Menschen jetzt herumlaufen.
Komm mit! Ich hab zwei Decken.
Morgens werde ich dich auch wecken.
Ich hob sie vom nassen Pflaster auf.
So sah ich auch, dass leer war ihr Bauch.
Ich sagte: Zu essen hab ich dir auch was.
Nicht viel, aber immerhin was.
Sie sagte: Ich will bei dir bleiben.
Von dir kann ich lernen, du kannst mir Dinge zeigen.
So ging ich mit ihr in den Regen.
6.12.1975
2. Teil
Wieso ich es nicht weiß
Es ist seltsam.
Aber seit sich das kleine Mädchen hingelegt hatte. Kann ich nicht schlafen.
Sie schlief bald ein. Bei mir, weiß ich nicht, wieso es so kam.
Ich fühlte mich anders, seit wir uns trafen.
Das Feuer, das ich angezündet habe.
Brennt nicht mehr so sehr. Gibt aber noch warm.
Beim Aufstehen, vom harten Boden, überlegte ich: Was hat sie für einen Namen?
Ich sah das kleine Mädchen an. Ich fühlte wir sind beide arm.
Ich gab ihr beide Decken.
Sie war zufrieden.
Sagte: Gute Nacht. Beim zudecken.
Vorher legte ich noch etwas Laub auf den Boden, so kann sie weicher liegen.
Ich dachte so halb schläfrig:
Wir kann eine Mutter ihr Kind so hassen.
Es rausschicken, täglich.
Auf ein Kind muss man doch aufpassen!
Ich stand auf und streckte mich.
Muss ein bisschen gehen! Dachte ich.
Dass nützt sicherlich.
Du musst nachdenken, über sie und dich.
Ging auf den Steinen am Ufer entlang.
Nicht zu weit, so dass ich das Mädchen noch sehe.
Langsam ist mein Gang.
Denke nach, über das, was ich nicht verstehe.
Ich verstehe diese Mutter nicht.
Das Mädchen ist doch lieb.
Ich könnt nicht sagen: Miststück, einfach schlicht.
Das Mädchen tat was ihr übrig blieb.
Nein, ich verstehe nicht.
11.12.1975
3. Teil
Groß geworden
Seit langem schien wieder einmal die Sonne.
Es war nicht warm, aber trotzdem eine Wonne.
Wir spazierten am Ufer entlang.
Ich erzählte, sie manchmal ein Liedchen sang.
Sie sagte: Es ist schön hier.
Manchmal trug ich sie und sprach mit ihr.
Wir sahen viele Tiere.
Sie hüpften und sprangen auf alle Viere.
Nun, wir haben viel gesehen.
Am Abend waren wir zu müde, um noch zu gehen.
Ich hab ihr gezeigt viele Dinge.
Das Mädchen, das sich Susi nannte.
Meldete sich bei der Mutter, die sie nicht recht kannte.
Sie stand vor einem Baum.
Da stand sie, wie ein Alptraum.
Sah sie dann beide gehen, durch den Blätterwald.
Ja, so ist es halt.
Wie lange wird es gehen.
Bis ich das alles werde verstehen.
4. Teil
Wiedersehen
Es vergingen dann sechs Jahre.
Gewachsen sind ihre Haare.
Sie traf mich unter der Brücke.
Als ich die Decke zu recht rückte.
Ich erkannt sie nicht gleich.
Aber dann wurde ich bleich.
Sie bückte sich nieder
Und sagte: Da bin ich wieder.
Komm! Ich werde dir helfen.
Denn wir werden weiterkämpfen.
Ein Kampf ist dieses Leben.
Aber du gabst mir, jetzt werde ich dir Geben.
Denke daran.
Du bist nicht ein alter Mann.
Denn du hast jetzt einen Freund.
Und nicht nur für heut.
Schau, meine Mutter ist am Saufen gestorben.
Sie machte sich niemals Sorgen.
Ich bekam ein kleines Zimmer.
An dich dachte ich immer.
Weißt du. Es wurde immer schlimmer.
Und du? Kennst du mich nimmer?
Ich sagte: Doch, doch.
Komm doch zu mir!
Aber siehst du, ich bin es gewohnt, dieses Loch.
Ja, aber zum Essen hast du nicht viel.
Aber komm jetzt und lebe einen anderen Stiel.
Es wäre doch schöner als hier.
Da wette ich mit dir.
Ja, so geht diese Geschichte zu ende.
So ist ein kleines Mädchen groß geworden.
Sie ist selbstständig.
Ich mache mich um sie keine Sorgen.
Wir, zwei einsame Menschen sind so Freunde geworden.
12.12.1975
Terri und Pipino
Sie bleiben Städter.
Ja, gleich wie ihre Väter.
Sie tanzen in den Gassen herum.
Kein übler Streich ist ihnen zu dumm.
Gleich wie ihre Väter.
Liebten sie auch die Frauen.
Ja, sie waren Übeltäter.
Doch man konnte ihnen trauen.
Terri bestellte öfters einen Sherry.
Weil er auch der Reichere war.
Pipino war öfters stier.
Und bestellte sich ein Bier.
Wenn sie dann Piano spielten.
Gab es Frauen, die sich in beide verliebten.
Vielleicht, weil sie so lieblich anzuschauen.
Steckte das an, bei den Frauen.
Es ist nicht übertrieben.
Denn die zwei könnt` man lieben.
Es ist schön, ihr Freund zu sein.
Denn immer haben die zwei gute Laune.
Ich möchte sagen:
Mit ihnen kann man das Leben ertragen.
Solothurn 12.2.1980
Terri und Pipino
Terri?
Ein ganz gewöhnlicher Bursche.
Er besucht zwei Abendkurse.
Rechnen und Mathematik.
Für jeden Kurs macht er sich Chic.
Terry?
Ein ganz gewöhnlicher Lehrling.
Er Zeichnet auch ein wenig.
Er ist sehr selten Daheim.
Ab und zu muss es aber sein.
Terri?
Geht gern ins Kino.
Am liebsten mit Freund, Pipino.
Sie schauen sich an nur Western.
Nicht Altes oder etwas von gestern.
Terri?
Und Pipino, sie kennen sich gut.
Beide haben viel Mut.
Terri ist dünn und Pipino ist dick.
Zusammen sind sie chic.
Zwei Freunde wie diese beiden.
Die kann man auch gut leiden.
Man sagt auch bescheiden:
Terri und Pipino, zu den Beiden.
Datum Unbekannt
Trauerweide
​
Siehst Du, Trauerweide.
Wie ich leide.
Wenn Du in mein Herz siehst?
Unter Deiner Krone liege ich hier.
Obwohl die Sonne scheint.
Trauerweide.
Wenn ich bleibe.
Schützt Du mich, wenn der Regen kommt?
K 15 Datum Unbekannt
Traurig
Traurig ist die Welt.
Ein Bach ist kein Bächlein mehr.
Die Augen blicken starr und stumm.
Die Herzen sind aus Stein geworden.
Klar, jeder hat Sorgen.
Vielleicht bin ich dumm.
Aber das sehen wir dann morgen.
4.6.1988
Und es ist Sommer
Und es ist Sommer.
Die Tauben scheissen vom Dach.
Auf dem Platz sind viele Leute;
Die machen so viel Krach.
Und es ist Sommer.
Die Eitelkeit hat Hochkonjunktur.
Die Glocke schlägt oben vom Turm.
Es ist acht.
Und es ist Sommer.
Die Turbomotoren heulen auf.
Wie ein Donner.
Alle nehmen das in Kauf.
Und es ist Sommer.
Alle fühlen sich so gut.
Und im Himmel sitzt einer.
Der hat eine Stinkwut.
Das war im Sommer.
19.6.1989
Und was dann?
​
Ich habe das Gestern verschlafen.
Weiß nicht, wie die Zukunft wird.
Vielleicht habe ich mich schon heute geirrt.
Und bin etwas verwirrt.
Doch Sorgen, Sorgen.
Die habe ich Morgen.
21.10.1990
Vom Kreissaal
​
Gebore im Kreissaal eis.
Was ig hüt no weiss.
Isch eis.
Ohni Lärm und ohni Meis.
Bin ig hüt no da.
18.4.1997
Wandern, wandern
Ich bin geboren nun;
Was soll ich nun tun?
Soll ich Künstler werden?
Oder mich zu etwas Anderen wenden?
Zwanzig Jahre sind vergangen;
Ich hatte zu vielen Verlangen.
Bin ein Wanderer geworden.
Ich habe auch meine Sorgen;
Muss sie nicht so tragisch nehmen wie den anderen.
Denn ich kann Wandern, ich kann Wandern.
Die grösste Sorg, die ich nun hab.
Ist die, wie lange ich noch Wandern mag.
Werde immer müder, müder.
Wäre es vielleicht doch klüger.
Und aufzuhören mit dem Wandern?
Das zu tun, was die Andern.
Arbeiten an einem Arbeitsplatz;
Zu haben einen Schatz.
Ich weiss nicht recht.
Wandern find ich gar nicht schlecht.
Einmal dort und einmal hier zu sein;
In der ganzen Welt zu sein.
Gefällt mir doch am besten.
Ich kann mich nicht irgendwo einnisten.
Ich will Wandern, ich will Wandern.
Nicht so sein, wie die Andern.
Belp – Österreich 25.5.1975
Wandersleut, Zimmersleut
Wer kommt vom Tale zum Berge hinauf?
Schnauf, schnauf………………
Wer hat so grosse Hüte auf?
Schnauf, schnauf……………..
Das kann nur ein wandernder Zimmerman sein.
Der haut die grossen Nägel ein.
Hinauf, hinauf………………..
Wer schlägt im Take aufs Holze drauf?
Schnauf, schnauf……………..
Der Zimmermann lässt seinem Beile lauf.
Schnauf, schnauf………………
Wer haut sich so viel auf den Daumen rauf?
Es tut doch nicht weh.
Komm sauf eins drauf.
Prost, prost……………………
Bärnu und Housi 14.12.1980
Weihnachtsabend
​
Durch dunkle Strassen zieht er vorbei.
Durch helle Städte kommt der Weihnachtsmann.
In unsere Stadt hinein.
Der bunte Weihnachtsbaum umringt.
Fröhlicher Kindertanz, der singt.
Wie viele Menschen denken wohl daran.
Als uns so etwas Schönes wurde getan.
Als das Christkind in der Krippe.
Die so weltweite Sippe.
In unsere Welt verbreitet hat.
Dem lieben Gott haben wir es zu verdanken.
Dass wir hier am Baume stehen.
Hoffe da wir gut in die nächsten Jahre gehen.
22.12.1973
Welten
​
Es lacht eine Frau,
Von Herzen,
Mit Schmerzen,
Ihr Ego hinaus.
Es biegen sich Kerzen,
Und die Kinder geben auf.
Es sind Welten,
Die gelten,
Und schelten,
Bis das große,
Seitenschlagen beginnt.
Es sind die kleinen Guten,
Die dann bluten,
Wenn alles wieder von vorne beginnt.
Datum Unbekannt
Wie lustig
​
Lustige Gedichte schreiben.
Ist nicht meine Welt.
Ich will es den Menschen zeigen.
Denn das bringt Geld.
Datum Unbekannt
​
​
Der Elefant
So richtig relevant
In der Tierwelt
Ist wohl nur der Elefant
Überall ists wohl bekannt
Und auch anerkannt
Dass sein Hirn
Hinter seiner Stirn
Nicht nur sehr intelligent
Sondern er auch permanent
Alles aufsaugt
Tief in seinem Gedächtnis
Ruht
Und wer ihm Böses tut
Braucht Mut
Ihm wieder gegenüberzutreten
Denn er könnte dich glatt zertreten
Doch nicht nur die Elefanten
Auch seine vielen Verwandten
Und Bekannten
In der Tierwelt leiden
Und sind nicht zu beneiden
Was der Mensch ihnen antut
Daher vergiss es nie
Einem Elefanten gegenüberzutreten
Braucht Mut.
BWZ 5.6.2023
​
​
Auf leisen Sohlen
Wenn Karl in der Frühe aufsteht
Dann ist es schon wieder Nacht
Verbittert ist er auf der Suche
Nach dem verlorenen Tag
Wieder hat er einen verpasst
Er beginnt wieder sich in seiner Trostlosigkeit einzunisten
Er fühlt sich wohl
Und verschwand wieder in der Dunkelheit.
6.5.2023 BWZ
​
​
​
Milchstrasse
​
​
Ich möchte in die Milchstrasse fallen
Das würde mir gefallen
Dann sähe ich auch die Honigsonne
Ach, wäre das eine Wonne
​
Ich möchte auf der Milchstrasse spazieren gehen
Von weiten her die Erde sehen
Dann sähe ich auch die Honigsonne
Ach, wäre das eine Wonne
​
Irgendwann werde ich auf der Milchstrasse liegen
Ganz gediegen
Von Euch träumen
Bis irgendwann
Von irgendwo
Eine Glocke schlägt
Und ihr Ton mich wieder
Auf die Erde trägt
​
BWZ 22.2.2024
Honig Tatzen und fleissige Bienen
Er streift mit grossen Tatzen
Durch den schönen Wald
Vor Freude fliegen Spatzen
Und sie singen dann auch bald
Dank seinen grossen Ohren
Hört er gar die Würmer bohren
Und dieselben sind sehr stolz
Auf das morsche Holz
Für seine grosse Kraft
Braucht er sehr viel Honigsaft
Doch die Bienen stechen zu
Und dann gibt er bald mal ruh
So streift er durch die Welt der Bär
Wenn da nicht der Jäger wär
BWZ 10.1.2022
​



