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Lange warten

 

Mein Erotikwunschfilm.

Wurde in einem Zimmer gedreht.

In dem ein Hauch von Frischluft weht.

Eine beruhigende Stille umhüllt den Raum.

 

Ein berauschender Duft füllt die Lüstern.

Und durch halbgeschlossene Rollladen.

Scheint die Sonne hinein.

 

Wenn dann unser Akt beginnt.

Sind wir beide tote Kreaturen.

Deren Liebe im Jenseits beginnt.

21.9.1992

 

 Langsam

 

Täglich siehst du Menschen.

Die zur Arbeit hetzen.

Keine Träume haben.

Nur noch Ziele setzen.

Am Arbeitsplatz noch.

Die Leute verpetzen.

 

Da sag ich mir: Langsam, langsam.

Ist gut für mich.

 

Wenn das Stressen.

Das Messen deiner Arbeit ist.

Wenn das Essen zum Fressen.

Den Genuss verdirbt.

Durch Gase verpuffen.

Der Wald weg stirbt.

 

Da sag ich mir: Langsam, langsam.

Ist gut für mich.

 

Wie die Nacht den Tag verdrängt.

Sich jeder Tag nach dem andern hängt.

Das Spiel immer denselben Einsatz hat.

Und du wirst matt.

 

So wird es langsam, langsam Zeit für mich.

18.9.1989

 

Lieber Freund

 

Stunden sind vergangen.

Ich habe gewartet.

Stunden sind vergangen.

Wo bist du?

Hast du deine Seele vergeben?

Weisst du noch, was es ist, zu Leben.

 

Lieber Freund.

Tage sind vergangen.

Wo bist du?

Habe gehört, dass du verliebt bist.

Und jetzt hast du keinen Platz mehr für mich.

 

Lieber Freund.

Jahre sind vergangen.

Und ich frage mich.

Was tust du?

 

Lieber Freund.

Die Zeit geht zu Ende.

Weisst du nicht mehr, wer ich bin?

 

Rest. Kreuz  25.2.1988

 

Liebi im Gspräch

 

I hocke wi äs Sändwitsch, wi äs Sändwitsch hock i da.

Di zwe Froue luege mi ganz verläge a.

I bi vor Schüüchi glämt, wi ä g`chlepfte Aff;

I dere Beiz, i däm chlyne Kaff.

 

Nachbare luege mi afe blöd a.

U i dänke: Itz mues i öppe dra.

Aber i däm Momänt chöme Fründe, vo dene zwe;

I däm Momänt han i dänkt; Oje!

 

Nach füf Minute si di viere furt.

U scho chunt my Fründ dr`Kurt.

Mir rede über Froue, wi die mängisch so sy.

U rede vo Kollege wo scho ghürate sy.

 

Kürtu seit:

Lue Bärnu, we`d mal säuber eini hesch.

De machet us eurer Liebi z`bescht:

Wieu, so ä Liebi, isch äs richtigs Fescht.

Wo mängisch vieu z`früech ändet.

 

 

Marzili Beizli  2.4.1977

 

Magensäure

 

 

Mein Bauch verseucht.

Die Lunge keucht.

Atembeschwerden.

Die immer schlimmer werden.

 

 

Säure steigt.

Bleibt für Sekunden.

Dann spüre ich.

Sie ist verschwunden.

 

 

Lebende Leiche.

Stinkende Seiche.

Ein langer Riss.

Schwarzer Schiss.

 

Gott sei Dank.

Trotz Gestank.

Ich lebe noch.

 

 

Chutz  29.3.1983

 

Mein Inserat

​

Frau sucht, schimpft sich unerfahren.

Jungen Mann mit langen Haaren.

Ohne Finanziellen Interessen.

Einfach zum Lieben. Einfach zum Fressen.

 

Mann hält Ausschau.

Gesucht die Traumfrau.

Schön und Treu.

Ist das Neu?

 

In irgendeiner Kneipe, Bar oder so.

Intellektuell durchgehangen.

Und ich weiß nicht mehr wo.

Sie schreien sich an:

Wo ist die Frau?! Wo ist der Mann?!

 

Der Lärm hat einen Pegel.

Ich hisse die Segel.

Und schreie zur Tat.

In aller Ruh, schreibe ich mein,

 

Inserat

27.7.1994

 

Momentaufnahme

​

Ich möchte mich verstecken, hinter einem Sichtmäppli.

Oder nur in den Spiegel schauen.

Klein sein wie ein Räppli.

Und den ganzen Tag Kaugummi kauen.

 

Ich krieche einer Waldameise gleich.

In meinem kleinen Reich.

Ordne und schufte und hab bald keine Puste.

Mensch was tuste! Mensch was tuste!?

 

Bilder, eine ganze Serie.

So wild war es noch nie.

Ich habe den Frieden gesehen.

Die Menschen beginnen zu verstehen.

Soll das etwa ein Traum sein?

Alle fallen sich in die Hände.

Wie schön ich das fände.

 

Ich öffne mein Sichtmäppli.

Der Spiegel ist so nichts sagend.

Hab ich es mir doch gedacht, ich Däppli.

Ich habe nur wieder einmal Feierabend.

 

Kreation 93 9.12. 

​

Morgenröte

 

Hier spriessen die Ideen wie ein Donnerschlag.

Der Suff lässt alle Freunde grüssen.

Kafka ist gestorben.

Und irgendwo hat wieder so ein Schreiberling einen Höhenflug genossen.

Dass es allen Brillenträgern die Gläser verschlug.

 

Bellissima, schrie der Italiener mit seiner Pizza im Mund;

Aus den Ohren quollen ihm Spaghetti.

Doch er weiss, Italiener sind beliebt, wie alles Südländische.

 

Morgenröte heisst ein Deutscher Freund von mir.

Morgenröte ist ein herrlicher deutscher Geschlechtsname und das weiss er.

Gründlich wie er ist, sind seine Fingernägel alle sauber geputzt.

Deutschland über alles.

 

Schweizer machen aus Milch Käse.

Denken an Schweizernötli.

Und sind sonst irgendwie Käse.

 

Bleiben tut.

Eine sanfte Melodie.

Ein ersehnter Traum.

Und vielleicht noch etwas Liebe.

 

13.7.1989

 

Ohhh... Dodette

​

Ohhh... Dodette.

Hesch nid es Bett frei?

 

Ig bi so allei.

Cha nid hei.

Mit däm Stei.

Im Chessel.

 

Ohhh... Dodette.

So schön fett.

Ig wett eifach.

Chly bider sy.

 

Ohhh... Dodette.

A dim Alabaschterfett.

Fühle ig mi eifach...

 

Sauwohl

 

Datum Unbekannt

 

Parole

 

Führer:

Auf die Gewehre!

Rettet unsere Ehre!

Zieht in die Schlacht!

Zeigt unsere Macht!

Kämpfer:

Der euch mit Steuern plagt.

 

Beginn der Schlacht

 

Führer:

Es beginne die Schlacht.

Sie beginne in der Nacht.

Was der Feind nie bedacht.

Auf! Die Waffen werden geladen!

Ihr habt noch Zeit, ein paar Worte zu sagen.

Kämpfer:

Auf in den Kampf! Ich kann es kaum ertragen.

 

Der lange Marsch an die Front beginnt.

In der Hoffnung, dass man gewinnt.

Man ist ja auch dazu getrimmt;

Und Blut vergisst in der Schlacht.

 

Zuhause

 

Kinder und Frauen, die weinen Zu Haus.

Denn mit dem Frieden ist es aus.

In der ganzen Stadt steht kein Haus.

 

Stinkende Leichen;

Die Weiber mit Zeichen.

Gesichter in Trauer.

Mein Haus hat keine Mauer.

 

Krater von Bomben;

Stinkende Wunden;

Hungernde Bäuche;

Stinkende Seuche.

Und Blut vergisst in der Schlacht.

 

 

2

 

Parole

 

Führer:

Ran an die Arbeit.

Denn knapp ist die Zeit.

Die Uhr fängt an zu ticken.

Geöffnet sind Fabriken.

Was stellen sie her?

Waffen für das Heer.

 

Jahre später:

Führer:

Auf die Gewehre!

Rettet unsere Ehre!

Zieht in die Schlacht!

Zeigt unsere Macht!

 

 

Aeschi  30.12.1977

 

Regentropfen

 

Ein enttäuschender Anblick.

Das Wetter hat wohl einen Tick.

Regentropfen, tropfen.

In der Küche ist noch ein Fenster offen!

Man spannt die Regenschirme auf.

Und man will erreichen im vollen Lauf.

Die gute Stube im eigenen Haus.

Nur noch das Fenster in der Küche ist offen.

Der Ofen wird heiß gemacht.

Und am runden Tisch wird schon gelacht.

Doch es zieht von irgendwo!

Ach so!

Auch das Fenster in der Küche wird geschlossen.

Heute hat es aber gegossen!

 

25.7.1975 In Österreich

 

Reset

​

Die trübe Stimmung dunkler Tage

Im Herzen wohl ein Licht stark brennt

Es ist wohl besser, wenn ich nichts sage

Was nicht schon ein jeder kennt

Lass uns froh sein ohne Klage

So dass sich jeder selbst erkennt.             

 

2019

​

Schenken

​

Lass dich doch Beschenken.

Einmal nur ans Schöne Denken.

Lass uns in die Ferne schauen.

Und lass uns doch ein Luftschloss bauen.

Lass vergessen unser Streiten.

Einmal nur Freude bereiten.

Lass uns beide stündlich Lieben.

Wir wollen doch noch Kinder kriegen.

Die Türen dort, lass sie zu!

Einmal einfach Ruh.

Lass uns sein wie wir sind.

Oh! Du liebes Christkind.

 

27 12.1993

 

Seelenschmerz oder im Theatersaal

 

Er stand im Raum der Stimmen.

Lichtfetzen zerschnitten die Dunkelheit.

Hier sollte es gelingen.

Wenn er schreit.

 

Seine Brust beginnt sich zu heben.

Mit dem Gesicht zur Decke geneigt.

Der Saal beginnt zu beben.

In der kurzen Zeit, in der er schreit.

 

Sein Haupt wendet sich dem Boden zu.

Für kurze Zeit ist Ruh.

Der Stimme Klang ist schon sehr weit.

Als man hört, dass er weint.

 

Als die Tränen verflossen sind.

Beginnt er zu lachen, wie ein Kind.

Nun ist ihm wohl ums Herz.

Vergessen ist der Seelenschmerz.

 

16.10.1992

 

Sorge

​

Weil wir doch alle Menschen sind.

Sollten wir zusammenhalten.

Sonst bläst ein andrer Wind.

Und zwar von den Naturgewalten.

Wäre es nicht an der Zeit.

Als ständig zu kriegen.

Einander etwas mehr zu Lieben.

Was soll es schon bedeuten.

Dieses ewige Ausbeuten.

Ich will Euch damit sagen.

Ihr solltet etwas Sorge tragen.

 

K 15 Datum Unbekannt

​

Sperrstunde

​

Die Liebe beiseitegelegt;

Richtung Berufsziel gestrebt.

Ein wandelndes Ich sein- Allein.

 

Ein eigenes Haus gebaut;

Zur Familie geschaut.

Tägliche Fitness;

Nach Arbeit und Stress.

 

Jetzt in Träumen versunken;

Zuviel Wein getrunken.

In der Finsternis.

An Wänden entlang.

Gebückt gehend in den Untergang?

Nein! Auf gutem Weg zur Narrenfreiheit.

 

20.6.1989

 

Stillstand

 

Bevor Angst durch deine Hirnzellen fliesst.

Du noch einen Tropfen in dein Glas giesst.

 

Wenn dir deine Glieder schmerzen.

Lass noch etwas Rauch zu deinem Herzen.

 

Vielleicht vor deinem Stillstand.

Reicht dir jemand die Hand.

 

16.11.1991

 

Stimmungsbild

 

Seifenblasen zerplatzen;

Kinder spielen Ringer ei;

Besoffen und mit einem leichten Lächeln.

Sitzt ein Freund auf einer Parkbank.

Die man abseits des Platzes unter einer Trauerweide stellte.

 

 

Das Hundeklo ist besetzt;

Beim Sandkasten sitzt ein kleines Mädchen.

Das ihre Katze streichelt.

Die grosse Parade der Armeemusik ist zu Ende gegangen.

Die Allee wird wieder sauber gemacht, denn langsam wird es Nacht.

 

Das Kind mit der Katze sendet dem Freund einen Gruss zum Abschied.

Morgen vielleicht werden sie sich wieder sehen.

Mir kann das eigentlich alles egal sein.

Weil ich hier nicht Zuhause bin.

 

4.4.1989

 

 

TAGESGESCHICHTE

Kleines Mädchen am Strassenrand

1. Teil

 

Ich sah ein kleines Mädchen am Strassenrand.

Es hielt eine Blume in der rechten Hand.

Ihr Haar viel bis auf die Schultern.

Ein schüchternes Gesicht zeigte sich darunter.

 

Die Augen waren rundlich blau.

Es schielte ein bisschen, als ich ihr in die Augen schau.

Ihr Mund war zu einem weinerlichen Lächeln verzogen.

Man sah, es fühlte sich hier nicht geborgen.

 

Ich sah nicht viel besser aus.

Lebte in Saus und Braus.

Hatte einen langen Mantel, mit vielen Taschen.

Schuhe und Socken. (Die nassen)

 

Unter der Brücke, unter der ich schlief.

(Und der Wind, wie der blies)

Stieg das Wasser fast bis zu mir.

Man kann sich vorstellen, dass ich jetzt frier.

 

Wollte Holz holen für ein Feuer.

Anderes ist mit zu teuer.

Da sah ich das kleine Mädchen.

Und es sprach ein kleines Verschen.

 

Sie lächelte, als ich sie sah.

(Weiß noch genau, wie es geschah)

Schmutzig waren ihre Kleider.

Es regnete, leider.

 

Ich fragte: He, was ist mit dir?

Um diese Zeit noch hier.

Du musst doch nach haus’.

Was ist mit dir! Du siehst so verwahrlost aus!

 

Doch es sprach nur: Liebe, Liebe vermisse ich sehr.

Weiß nicht, wo ich komm her.

Mutter und Vater sind mir fremd.

Niemand liebt mich, niemand mich kennt.

 

Ich bückte mich nieder. Schaue ihr ins Gesicht.

(Die Strassenlampe gab ein bisschen Licht)

Sie weinte und lächelte nur ganz leicht.

Und ihr Gesicht war ganz bleich.

 

Ich fragte: Was ist los?

Das Mädchen legte die Händchen in den Schoss.

Sie sagte: Ich werde es dir sagen.

Weil ich weiß, du wirst mich nicht plagen.

 

Vater und Mutter sind geschieden.

Ich bin als Kind zurückgeblieben.

Mein Vater sagte nie ein Wort.

Er konnte mich leiden, doch nun ist er weit fort.

 

Meine Mutter hat nur ein Zimmer.

Jeden Abend kommen Männer.

Dann sagt sie immer:

Du musst fort, du kleines Miststück!

Komme erst morgen, wieder zurück!

 

Ich sagte: Aber hier so allein Draußen.

Weiß ich, wieviel böse Menschen jetzt herumlaufen.

Komm mit! Ich hab zwei Decken.

Morgens werde ich dich auch wecken.

 

Ich hob sie vom nassen Pflaster auf.

So sah ich auch, dass leer war ihr Bauch.

Ich sagte: Zu essen hab ich dir auch was.

Nicht viel, aber immerhin was.

 

Sie sagte: Ich will bei dir bleiben.

Von dir kann ich lernen, du kannst mir Dinge zeigen.

So ging ich mit ihr in den Regen.

 

6.12.1975

 

2. Teil

 

Wieso ich es nicht weiß

 

Es ist seltsam.

Aber seit sich das kleine Mädchen hingelegt hatte. Kann ich nicht schlafen.

Sie schlief bald ein. Bei mir, weiß ich nicht, wieso es so kam.

Ich fühlte mich anders, seit wir uns trafen.

 

Das Feuer, das ich angezündet habe.

Brennt nicht mehr so sehr. Gibt aber noch warm.

Beim Aufstehen, vom harten Boden, überlegte ich: Was hat sie für einen Namen?

 

Ich sah das kleine Mädchen an. Ich fühlte wir sind beide arm.

 

Ich gab ihr beide Decken.

Sie war zufrieden.

Sagte: Gute Nacht. Beim zudecken.

Vorher legte ich noch etwas Laub auf den Boden, so kann sie weicher liegen.

 

Ich dachte so halb schläfrig:

Wir kann eine Mutter ihr Kind so hassen.

Es rausschicken, täglich.

Auf ein Kind muss man doch aufpassen!

 

Ich stand auf und streckte mich.

Muss ein bisschen gehen! Dachte ich.

Dass nützt sicherlich.

Du musst nachdenken, über sie und dich.

 

Ging auf den Steinen am Ufer entlang.

Nicht zu weit, so dass ich das Mädchen noch sehe.

Langsam ist mein Gang.

Denke nach, über das, was ich nicht verstehe.

 

Ich verstehe diese Mutter nicht.

Das Mädchen ist doch lieb.

Ich könnt nicht sagen: Miststück, einfach schlicht.

Das Mädchen tat was ihr übrig blieb.

Nein, ich verstehe nicht.

 

11.12.1975

 

3. Teil

 

Groß geworden

 

Seit langem schien wieder einmal die Sonne.

Es war nicht warm, aber trotzdem eine Wonne.

Wir spazierten am Ufer entlang.

Ich erzählte, sie manchmal ein Liedchen sang.

 

Sie sagte: Es ist schön hier.

Manchmal trug ich sie und sprach mit ihr.

Wir sahen viele Tiere.

Sie hüpften und sprangen auf alle Viere.

 

Nun, wir haben viel gesehen.

Am Abend waren wir zu müde, um noch zu gehen.

Ich hab ihr gezeigt viele Dinge.

 

Das Mädchen, das sich Susi nannte.

Meldete sich bei der Mutter, die sie nicht recht kannte.

Sie stand vor einem Baum.

Da stand sie, wie ein Alptraum.

 

Sah sie dann beide gehen, durch den Blätterwald.

Ja, so ist es halt.

Wie lange wird es gehen.

Bis ich das alles werde verstehen.

 

4. Teil

 

Wiedersehen

Es vergingen dann sechs Jahre.

Gewachsen sind ihre Haare.

Sie traf mich unter der Brücke.

Als ich die Decke zu recht rückte.

 

Ich erkannt sie nicht gleich.

Aber dann wurde ich bleich.

Sie bückte sich nieder

Und sagte: Da bin ich wieder.

 

Komm! Ich werde dir helfen.

Denn wir werden weiterkämpfen.

Ein Kampf ist dieses Leben.

Aber du gabst mir, jetzt werde ich dir Geben.

 

Denke daran.

Du bist nicht ein alter Mann.

Denn du hast jetzt einen Freund.

Und nicht nur für heut.

 

Schau, meine Mutter ist am Saufen gestorben.

Sie machte sich niemals Sorgen.

Ich bekam ein kleines Zimmer.

An dich dachte ich immer.

 

Weißt du. Es wurde immer schlimmer.

Und du? Kennst du mich nimmer?

Ich sagte: Doch, doch.

Komm doch zu mir!

Aber siehst du, ich bin es gewohnt, dieses Loch.

 

Ja, aber zum Essen hast du nicht viel.

Aber komm jetzt und lebe einen anderen Stiel.

Es wäre doch schöner als hier.

Da wette ich mit dir.

 

Ja, so geht diese Geschichte zu ende.

So ist ein kleines Mädchen groß geworden.

Sie ist selbstständig.

Ich mache mich um sie keine Sorgen.

Wir, zwei einsame Menschen sind so Freunde geworden.

 

12.12.1975

 

Terri und Pipino

 

Sie bleiben Städter.

Ja, gleich wie ihre Väter.

Sie tanzen in den Gassen herum.

Kein übler Streich ist ihnen zu dumm.

 

Gleich wie ihre Väter.

Liebten sie auch die Frauen.

Ja, sie waren Übeltäter.

Doch man konnte ihnen trauen.

 

Terri bestellte öfters einen Sherry.

Weil er auch der Reichere war.

Pipino war öfters stier.

Und bestellte sich ein Bier.

 

Wenn sie dann Piano spielten.

Gab es Frauen, die sich in beide verliebten.

Vielleicht, weil sie so lieblich anzuschauen.

Steckte das an, bei den Frauen.

 

Es ist nicht übertrieben.

Denn die zwei könnt` man lieben.

Es ist schön, ihr Freund zu sein.

Denn immer haben die zwei gute Laune.

 

Ich möchte sagen:

Mit ihnen kann man das Leben ertragen.

 

Solothurn  12.2.1980

 

Terri und Pipino

 

Terri?

Ein ganz gewöhnlicher Bursche.

Er besucht zwei Abendkurse.

Rechnen und Mathematik.

Für jeden Kurs macht er sich Chic.

 

Terry?

Ein ganz gewöhnlicher Lehrling.

Er Zeichnet auch ein wenig.

Er ist sehr selten Daheim.

Ab und zu muss es aber sein.

 

Terri?

Geht gern ins Kino.

Am liebsten mit Freund, Pipino.

Sie schauen sich an nur Western.

Nicht Altes oder etwas von gestern.

 

Terri?

Und Pipino, sie kennen sich gut.

Beide haben viel Mut.

Terri ist dünn und Pipino ist dick.

Zusammen sind sie chic.

 

Zwei Freunde wie diese beiden.

Die kann man auch gut leiden.

Man sagt auch bescheiden:

Terri und Pipino, zu den Beiden.

 

Datum Unbekannt

 

Trauerweide

​

Siehst Du, Trauerweide.

Wie ich leide.

Wenn Du in mein Herz siehst?

Unter Deiner Krone liege ich hier.

Obwohl die Sonne scheint.

Trauerweide.

Wenn ich bleibe.

Schützt Du mich, wenn der Regen kommt?

 

K 15 Datum Unbekannt

 

Traurig

 

Traurig ist die Welt.

Ein Bach ist kein Bächlein mehr.

Die Augen blicken starr und stumm.

Die Herzen sind aus Stein geworden.

Klar, jeder hat Sorgen.

Vielleicht bin ich dumm.

Aber das sehen wir dann morgen.

 

4.6.1988

 

Und es ist Sommer

 

Und es ist Sommer.

Die Tauben scheissen vom Dach.

Auf dem Platz sind viele Leute;

Die machen so viel Krach.

 

Und es ist Sommer.

Die Eitelkeit hat Hochkonjunktur.

Die Glocke schlägt oben vom Turm.

Es ist acht.

 

Und es ist Sommer.

Die Turbomotoren heulen auf.

Wie ein Donner.

Alle nehmen das in Kauf.

 

Und es ist Sommer.

Alle fühlen sich so gut.

Und im Himmel sitzt einer.

Der hat eine Stinkwut.

Das war im Sommer.

 

19.6.1989

 

Und was dann?

​

Ich habe das Gestern verschlafen.

Weiß nicht, wie die Zukunft wird.

Vielleicht habe ich mich schon heute geirrt.

Und bin etwas verwirrt.

Doch Sorgen, Sorgen.

Die habe ich Morgen.

 

21.10.1990

 

Vom Kreissaal

​

Gebore im Kreissaal eis.

Was ig hüt no weiss.

Isch eis.

Ohni Lärm und ohni Meis.

Bin ig hüt no da.

 

18.4.1997

 

Wandern, wandern

 

Ich bin geboren nun;

Was soll ich nun tun?

Soll ich Künstler werden?

Oder mich zu etwas Anderen wenden?

 

 

Zwanzig Jahre sind vergangen;

Ich hatte zu vielen Verlangen.

Bin ein Wanderer geworden.

Ich habe auch meine Sorgen;

Muss sie nicht so tragisch nehmen wie den anderen.

Denn ich kann Wandern, ich kann Wandern.

 

Die grösste Sorg, die ich nun hab.

Ist die, wie lange ich noch Wandern mag.

Werde immer müder, müder.

Wäre es vielleicht doch klüger.

Und aufzuhören mit dem Wandern?

 

Das zu tun, was die Andern.

Arbeiten an einem Arbeitsplatz;

Zu haben einen Schatz.

Ich weiss nicht recht.

Wandern find ich gar nicht schlecht.

 

Einmal dort und einmal hier zu sein;

In der ganzen Welt zu sein.

Gefällt mir doch am besten.

Ich kann mich nicht irgendwo einnisten.

Ich will Wandern, ich will Wandern.

Nicht so sein, wie die Andern.

 

Belp – Österreich 25.5.1975

 

Wandersleut, Zimmersleut

 

Wer kommt vom Tale zum Berge hinauf?

Schnauf, schnauf………………

Wer hat so grosse Hüte auf?

Schnauf, schnauf……………..

 

Das kann nur ein wandernder Zimmerman sein.

Der haut die grossen Nägel ein.

Hinauf, hinauf………………..

Wer schlägt im Take aufs Holze drauf?

Schnauf, schnauf……………..

Der Zimmermann lässt seinem Beile lauf.

Schnauf, schnauf………………

 

Wer haut sich so viel auf den Daumen rauf?

Es tut doch nicht weh.

Komm sauf eins drauf.

Prost, prost……………………

 

Bärnu und Housi 14.12.1980

 

Weihnachtsabend

​

Durch dunkle Strassen zieht er vorbei.

Durch helle Städte kommt der Weihnachtsmann.

In unsere Stadt hinein.

Der bunte Weihnachtsbaum umringt.

Fröhlicher Kindertanz, der singt.

 

Wie viele Menschen denken wohl daran.

Als uns so etwas Schönes wurde getan.

Als das Christkind in der Krippe.

Die so weltweite Sippe.

In unsere Welt verbreitet hat.

 

Dem lieben Gott haben wir es zu verdanken.

Dass wir hier am Baume stehen.

Hoffe da wir gut in die nächsten Jahre gehen.

 

22.12.1973

 

Welten

​

Es lacht eine Frau,

Von Herzen,

Mit Schmerzen,

Ihr Ego hinaus.

Es biegen sich Kerzen,

Und die Kinder geben auf.

 

Es sind Welten,

Die gelten,

Und schelten,

Bis das große,

Seitenschlagen beginnt.

 

Es sind die kleinen Guten,

Die dann bluten,

Wenn alles wieder von vorne beginnt.

 

Datum Unbekannt

 

Wie lustig

​

Lustige Gedichte schreiben.

Ist nicht meine Welt.

Ich will es den Menschen zeigen.

Denn das bringt Geld.

 

Datum Unbekannt

​

​

Der Elefant

 

So richtig relevant

In der Tierwelt

Ist wohl nur der Elefant

Überall ists wohl bekannt

Und auch anerkannt

Dass sein Hirn

Hinter seiner Stirn

Nicht nur sehr intelligent

Sondern er auch permanent

Alles aufsaugt

Tief in seinem Gedächtnis

Ruht

Und wer ihm Böses tut

Braucht Mut

Ihm wieder gegenüberzutreten

Denn er könnte dich glatt zertreten

Doch nicht nur die Elefanten

Auch seine vielen Verwandten

Und Bekannten

In der Tierwelt leiden

Und sind nicht zu beneiden

Was der Mensch ihnen antut

Daher vergiss es nie

Einem Elefanten gegenüberzutreten

Braucht Mut.

BWZ 5.6.2023

​

​

Auf leisen Sohlen

 

Wenn Karl in der Frühe aufsteht

Dann ist es schon wieder Nacht

Verbittert ist er auf der Suche

Nach dem verlorenen Tag

Wieder hat er einen verpasst

Er beginnt wieder sich in seiner Trostlosigkeit einzunisten

Er fühlt sich wohl

Und verschwand wieder in der Dunkelheit.

 

6.5.2023 BWZ

​

​

​

Milchstrasse 

​

​

Ich möchte in die Milchstrasse fallen
Das würde mir gefallen
Dann sähe ich auch die Honigsonne
Ach, wäre das eine Wonne

​

Ich möchte auf der Milchstrasse spazieren gehen
Von weiten her die Erde sehen
Dann sähe ich auch die Honigsonne
Ach, wäre das eine Wonne

​

Irgendwann werde ich auf der Milchstrasse liegen
Ganz gediegen
Von Euch träumen 
Bis irgendwann 
Von irgendwo 
Eine Glocke schlägt
Und ihr Ton mich wieder 
Auf die Erde trägt

​

BWZ 22.2.2024
 

 

 

 

Honig Tatzen und fleissige Bienen

 

Er streift mit grossen Tatzen

Durch den schönen Wald

Vor Freude fliegen Spatzen

Und sie singen dann auch bald

 

Dank seinen grossen Ohren

Hört er gar die Würmer bohren

Und dieselben sind sehr stolz

Auf das morsche Holz

 

Für seine grosse Kraft

Braucht er sehr viel Honigsaft

Doch die Bienen stechen zu

Und dann gibt er bald mal ruh

 

So streift er durch die Welt der Bär

Wenn da nicht der Jäger wär

 

 

BWZ 10.1.2022

​

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